
2025 | Neuenkirch LU, Mühle Willistatt | Bauuntersuchung
Für die ehemalige Mühle Willistatt bei Neuenkirch LU wurde im Frühjahr 2025 eine Abgangsdokumentation erstellt. Dazu gehörte die Fotodokumentation des angetroffenen Zustands sowie die Beschreibung der Raumausstattungen und der Konstruktion in einem Raumbuch. Auf Basis eines durch die Pro-Spect GmbH durchgeführten Laserscans wurden Grundrisse, ein Längs- und ein Querschnitt erstellt. Eine Mühle auf der Willistatt ist seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts belegt. Dendrochronologisch konnte der heutige Bau 1665 datiert werden, was die Jahreszahl 1665 am Sturz des Kellereingangs bestätigt. Das Gebäude ist als Bohlen-Ständer-Bau über einem gemauerten Kellersockel erstellt worden und barg neben den Mahlgängen und Wirtschaftsräumen auch einen Wohnteil. Im Obergeschoss befand sich ursprünglich eine Kammer mit einer durchaus repräsentativ gestalteten Bohlenbalkendecke. Die Mühle hatte offenbar mit statischen Problemen zu kämpfen und wies wohl bereits im frühen 18. Jahrhundert, als man eine Firstkammer eingebaut hat, starke Senkungen auf. 1779 wurde der Mahltisch erneuert, Mitte des 19.Jahrhunderts fand ein tiefgreifender Umbau statt, bei dem die Wandfüllungen der Nord- und Ostfassade erneuert und die Fensteranlage regularisiert sowie die Kammern umgebaut worden sind. 1880 folge eine Neuausstattung der Stube und Nebenstube. Kurz darauf wurde der Mühlenbetrieb auf der Willistatt aufgegeben. Die seit den 1850er Jahren bestehende Eisenbahn ermöglichte günstige Getreideimporte, welche neu in Grossmühlen direkt an den Verkehrsknotenpunkten verarbeitet wurden. Kleinere Landmühlen wie die Willistatt konnten dabei nicht mithalten. Der Mahlgang wurde schliesslich 1915 entfernt.